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Asiatische Kampfkünste

Muay Thai, Thaing, Wushu, Shaolin, Liu He Ba Fa, Baguazhang, Taijiquan, Gatka, Mukna, Shaster Vidiya, Thang - Ta, Muki - Boxen, Inbuan - Ringen, Aki Kiti, Silambam

 


 

Philippinen

Aus einfachem Zuschlagen entwickelte sich eine Kampfkunst, die nach und nach immer weiter verbessert wurde.Im 16.Jahrhundert erfuhren die Europäer zum ersten Mal von dieser philippinischen Stockkampfkunst: Im April 1521 wurde der spanische Seefahrer Ferdinand Magellan und fast alle seiner " Conquisadores " auf der philippinischen Insel Cebu von einer Gruppe Inselbewohner unter Häuptling Lapu Lapu mit Stöcken erschlagen.Die Filipinos waren aber auch von den spanischen Kampfmethoden mit Schwert und Dolch (Espada y Daga) beeindruckt und kombinierten diese mit ihren althergebrachten Techniken.

Thailand

In der Geschichte Thailands haben sich viele tapfere und gewandte Krieger ausgezeichnet.Der berühmteste war der " schwarze Prinz ", der spätere König " Naresuan der Große ".Er soll im Jahre 1592 im Laufe einer Schlacht gegen ein weit überlegenes burmesisches Heer den gegnerischen Thronfolger zum Zweikampf herausgefordert haben.Nachdem die burmesischen Krieger ihren Anführer verloren hatten, wichen sie zurück und die damalige Reidenz von Thailand, Ayutthaya, wurde gerettet.

Dank der heutigen Popularität alter Kampfpraktiken, scheint die klassische Chai Yut - Kampfkunst wieder zu neuer Blüte zu gelangen.Das Boxen (Muai - Thai) ist eine über 1000 Jahre alte Kampfkunst in Thailand, bei der Fuß -, Hand - und Armtechniken angewendet werden.Ähnliche Kampfkünste werden auch in Kambodscha, Burma und Laos betrieben.

  • MUAY THAI

Im Krieg zwischen Siam (heute Thailand) und Birma (heute Myanmar) von 1767 wurden bei der Eroberung der damaligen Hauptstadt Ayuttaya die meisten Aufzeichnungen über die Kunst und die Tradition des Muay Thai vernichtet.Einige Quellen berichte, daß Thaiboxen gehe bis auf das Jahr 1560 zurück, als König Naresuan von Siam in burmesischer Gefangenschaft war.

Der erste offizielle Ring wurde 1921 genutzt und 1929 wurden zum ersten Mal Boxhandschuhe verwendet.

Als Zeitmaß für einen Durchgang galt bis 1929 eine Kokosnussschale, welche ein Loch hatte und ins Wasser gelegt wurde.

Ab diesem Jahr wurden festgelegte Rundenzeiten eingeführt, je nach Gewichtsklasse zwischen 2 x 2 Minuten bis maximal 5 x 3 Minuten.

Vietnam

In diesem südostasiatischen Land wird unter dem Namen " Viet Vo Dao " eine alte Kampfkunst weitergepflegt, die vor etwa 4 000 Jahren von Kaiser Hung Vuong begründet worden sein soll.

Im 19.Jahrhundert wurden in Vietnam Prüfungen für " Offiziersanwärter " abgehalten, bei denen unterschiedliche Disziplinen wie " Gewichttragen über eine bestimmte Distanz "," Kämpfe mit bloßen Händen " und " Waffenkämpfe mit Holzschwertern und Lanzen " zu absolvieren waren.

1938 bereiste Großmeister Nyuyen Loc das ganze Land und versuchte gemeinsam mit anderen Kampfkunstmeistern, die alten, traditionellen Kampfpraktiken zu verbessern und einander anzugleichen.Seine Bemühungen führten 1945 zur Gründung der Vovinam - Viet - Vo - Dao - Bewegung.Viet - vo - dao (= der vietnamesische Weg der Kampfkünste) erzieht zu kämpferischer Vielseitigkeit und perfekten Bewegungen.

Afghanistan

Beim afghanischen Jackenringkampf," Goschti Tschapan " sind Griffe und Würfe, jedoch keine Schläge erlaubt.Beim Stamm der Hazarats übt man noch heute das Stockfechten mit einem über 1 m langen und ca.3 cm dicken Stock.

Burma

  • Thaing

Ist das Pendant zu den Filipino Martial Arts, dem japanischen Budo, dem koreanischen Mudo und dem chinesischen Wushu.

Die alte burmesische Kampfkunst " Thaing ", die ursprünglich alle Kampfpraktiken einschloß, entwickelte sich in zwei Richtungen:

Waffenkampf (Banshay)

Fechten, Lanzenkampf, Messerkampf und Stockkampf

Waffenloser Kampf (Bando)

Ringen, Selbstverteidigung und traditionelles burmesisches Boxen

Das traditionelle, burmesische Boxen (das dem Thai - Boxen ähnelt) ist mehrere Jahrhunderte alt.In der Nagai Pagode aus dem 11.Jahrhundert sind zwei Boxer dargestellt, die bereits das später beim burmesischen Boxen übliche Hüfttuch (Longyi) tragen.Beim Kampf werden neun Körperteile eingesetzt: Die Fäuste, die Knie, die Füße, die Ellenbogen und der Kopf.

China

  • Wushu

Im Westen wird für viele chinesischen Kampfkünste häufig der Begriff Kung Fu (= etwas durch gedultige / harte Arbeit Erreichtes ) verwendet, der im chinesischen jedoch eigentlich eine umfassendere Bedeutung trägt.

Die chinesischen Kampfkünste haben eine mehrere tausend Jahre alte Geschichte.Schon zu Zeiten des legendären " Gelben Kaisers "( 3.Jahrtausend v.Chr.) und später in der Yü - Dynastie sollen der Bevölkerung Kampf - und Bewegungsübungen zur Gesunderhaltung befohlen worden sein.Darstellungen auf Vasenfunden (um 1 000 v.Chr.) zeigen bereits Faustkampftechniken.

Der indische Mönch Bodhidharma schuf der Legende nach um 530 v.Chr.im chinesischen Kloster Shaolin (Provinz Honan) die Urform verschiedener Kampfkünste.Er soll in einer Höhle oberhalb des Losters neun Jahre lang vor einer Felswand sitzend meditiert haben.

Der " Gottesanbeterinnen - Stil " (Mantis Kung Fu) hat einen hohen Bekanntheitsgrad in vielen Teilen Chinas.Sein Begründer, Wong Long, beobachtete im 17.Jahrhundert, wie eine Gottesanbeterin mit einer Zikade kämpfte.Er reizte das Insekt mit einem Halm und beobachtete sein Verhalten.

Nach dem Boxer - Auftstand um 1900 wurde das chinesische Boxen verboten.Es wurde aber in Geheimbünden (wie dem " Weißen Lotus" oder der " Triade ") im Untergrund weiter geleert.

  • SHAOLIN

Der Shaolin - Tempel entstand um 495 n.Chr.und wurde vom indischen Mönch Ba Tuo im Songshan Gebirge in der Provinz Henan erbaut.

Der Legende nach lehrte der indische Mönch Bodhidharma, der um das Jahr 527 in das Shaolin - Kloster kam, die Grundlagen der Shaolin - Kampfkunst, die dann im Kloster weiterentwickelt und trainiert wurden.

Während der Tang - Dynastie (um 600) erlangten die Shaolin - Mönche im chinesischen Reich großes Ansehen.Historisch belegt ist, dass im Jahre 728 das Shaolin - Kloster 13 kämpfende Mönche entsandte, um die bedrängte Dynastie zu unterstützen.

Von 1368 bis 1644 erlebte das Shaolin - Kloster und seine Kampfkunst, das von der regierenden Ming - Dynastie gefördert wurde, einen enormen Aufschwung.Die Armee des Klosters war etwa 2 500 Mann stark und die Kampfkünste des Klosters wurden in unzähligen Varianten und Techniken ausgeübt.

Am bekanntesten ist die anfebliche Zerstörung des Tempels in der Quing - Dynastie durch Kaiser Kangxi (1654-1722).

Die letzte Zerstörung des Klosters war im Jahre 1928, als verschiedene Kriegsfürsten ihre Streitigkeiten auf dem Gebiet des Tempels ausfochten.

Nach der Gründung der Volkrepublik China durch Mao Zedong im Jahre 1949 ließ man die Mönche anfangs gewähren, im Zuge der Kulturrevolution ab 1966 wurde der Tempel aber zerstört und die Mönche cerfolgt und vertrieben.Im Jahr 1982 wurde der Tempel durch den Film Shaolin Temple mit Jet Li im Westen bekannt und auch für den Tourismus entdeckt.

Der Tempel der Ersten Patriachen und der Pagodenwald des Shaolin - Tempels stehen seit 1996 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China.

  • LIU HE BA FA

Der Überlieferung nach wurde diese dem Taijiquan ähnliche Methode in China während der Song - Dynastie (960-1279 n Chr.) von dem daoistischen Mönch Chen Tuan entwickelt.Historisch gesichert ist nur, dass der Kampfkunstmeister Wu Yi Hui (1887-1958) Liu He Ba Fa erstmalig Ende der 1930 er Jahre in Shanghai öffentlich unterrichtete.

  • BAGUAZHANG

Gesichert ist das Auftreten von Baguazhang und die Verwendung des Namens seit der Mitte des 19.Jahrhunderts von Dong Chuan in Peking.

  • WUSHU

Die traditionellen Kampfkünste (Wushu) wurden in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts in China als Volksschatz und Kulturerbe wiederentdeckt.In den 1950er Jahren wurde daher von der Regeirung der Volksrepublik China ein Sportverband gegründet, in dem viele Wushu - Meister mitwirken sollten, um einen Kanon von Standardformen und Kategorien der Kampfkünste zu entwickeln.Modernes Wushu wurde 1959 von der chinesischen Regierung offiziell anerkannt.

Im Jahre 1990 wurde der Verband IWUF (" International wushu Federation ") gegründet, der zweijährig die Wushu - Weltmeisterschaften austrägt und als offizieller Verband für Wushu anerkannt wird.

Angesichts der Olympischen Sommerspiele 2008 in Beijing gab es Bemühungen, modernes Wushu als weitere plympische Disziplin einzuführen.Im Oktober 2005 wurde dies jedoch vom Interantionalen Olympischen Komitee abgelehnt.

  • TAIJIQUAN

Die meisten der heute Taijiquan Praktizierenden berufen sich auf Vorläufer oder Wurzeln aus dem 15.Jahrhundert oder früher.

Indien

Schon der griechische Philosoph Arrianos wußte von den Indern zu erzählen, daß sie ihre heiratsfähigen Töchter gerne mit Siegern im Ringen und Boxen vermählten.An der Decke einer Höhle in Ajanta finden sich Boxerkampfszenen, die wahrscheinlich 200 v.Chr.entstanden sind.Alte indische Felszeichnungen zeigen auch Trittechniken.Das Stockfechten hat in Indien ebenfalls eine lange Tradition.

Die indische Ringer - Kunst ist, wie Vasenfunde belegen, etwa 1 000 v.Chr.entstanden und wurde in den Helden - Epen des Mahabharata - es wird der tödliche Kampf zwischen dem Prinzen Bhima und dem König Jarasandha geschildert (400 v.Chr.), des Ramayyana und um 750 im Purana beschrieben.Ursprünglich durfte der ganze Körper des Gegners angegriffen werden.

Im 19.Jahrhundert wurde das Kalarippayat von den englischen Kolonialherren verboten.Die alten Kenntnisse wurden jedoch während der Besatzungszeit nicht vergessen und in den Dorfschulen weiter unterrichtet.

  • Gatka

Gatka ist eine Kampfkunst der Sikh und hat ihren Ursprung im Punjab.Das Prinzip von Gatka ist, im Kampf beide Hände gleichzeitig zu benutzen, was natürlich die Geschicklichkeit des gesamten Körpers fördert.

  • Mukna

Mukna ist eine bengalische Form des Ringkampfs aus dem Bundesstaat Manipur.Normalerweise tragen die Kämpfer Gürtel, die eine Hebelwirkung ermöglichen, und werden nach Größe und Gewicht gruppiert.

  • Shaster Vidiya

Shaster Vidiya ist eine militärische geprägte Waffenkunst, mit der man im alten Indien Sikh - Krieger ausbildete.Historiker glauben, dass die Kunst sich im Grunde als Reaktion auf die Gewalttätigkeiten entwickelt hat, mit denen sich die Religionsgemeinschaft der Sikh konfrontiert sah, und dass sie die heutige Sikh - Kampfkunst, das Gatka, stark beeinflusst hat.

  • Thang - Ta

Diese Kampfkunst mit Schwert und Speer ist in Manipur am bekanntesten und lässt sich bis ins 17.Jh.zurückverfolgen.Der Körper lernt, komplexe Manöver entspannt und rhytmisch durchzuführen.

  • Muki - Boxen

Diese uralte Kampfkunst, bei der ohne Handschuhe gekämpft wird, ähnelt dem Boxen und wird in Varanasi in Nordindien ausgeübt.

  • Inbuan - Ringen

Dieser Ringkampf - Stil stammt aus Mizoram und soll um 1750 im Dorf Dungtland entstanden sein.Die Ringer tragen Gürtel, die stets eng bleiben müssen und oft den Hebelarm bieten, mit dem ein entscheidendes Hebemanöver durchgeführt werden kann.

  • Aki Kiti

Diese Kunst - und Sportform arbeitet mit Tritten und wird im Nagaland bei Stammeszeremonien gezeigt.Schutzausrüstung wird nicht getragen, aber die Kämpfe werden trotzdem im Leichtkontakt durchgeführt.

  • Silambam

Silambam ist eine Stockkampfkunst, die auf den Kampf mit einem Bambusstock zurückgaht, wie ihn die Völker der Region verwendet haben, wenn sie sich gegen Tiere oder Banditen wehrten.Sobald die Techniken einmal gemeistert sind, werden sie auf scharfe Klingen und manchmal auf die Stahlpeitsche übertragen, aber auch doppelte Mandarin - Enten - Haken, Schwert und Keule werden in dieser Kunst benutzt.

Indonesien

Pencak Silat


Kampf - und Waffentechniken sind in Indonesien seit dem 7.Jahrhundert nachweisbar.Sie wurden fortentwickelt, im 16.Jahrhundert in ein geschlossenes System gebracht und Pencak Silat genannt.Diese " Indonesische Selbstverteidigung " ähnelt dem Kung Fu, obgleich die Techniken weitgehend eigenständig entstanden sind.

Um die verschiedenen Stile zusammenzufassen und ein einheitliches Wettkampfsystem zu schaffen wurde 1947 der Zentralverband: Ikatan Pencak Silat Indonesia (ISPI) gegründet.Pencak Silat ist trotz seiner tänzerischen Bewegungen ein realistisches, vielseitiges Verteidigungssystem, wenn die Techniken im Kampf mit der erforderlichen Härte und Schnelligkeit ausgeführt werden.

Irak / Iran

Bereits vor 5 000 Jahren gab es im Zweistromland (Mesopotamien), dem heutigen Irak, diverse Kampfkünste.Der " Babylonische Faustkampf " war im Altertum ebenso berühmt, wie die assyrischen Bogenschützen.

In den Ruinen von Sumer fand man Votivtafeln mit Darstellungen von Faust - und Ringkämpfern, die seit ca.3000 Jahren v.Chr.enststanden sind.Im Tempel Chafadji wurde eine etwa 2 600 v.Chr.entstandene Bronzefigur ausgegraben, die zwei nackte Athleten beim Gürtelringkampf zeigt.Aus dieser Zeit sind auch assyrische Aufzeichnungen über das Ringkampftraining bekannt, aus denen hervorgeht, daß es bereits ein Regelwerk gab und der Ringkampf systematisch betrieben wurde.

Bei den Ausgrabungen von Shunnak wurde ein kleines, um etwa 2 000 v.Chr.entstandenes Tonrelief gefunden, das einen Kampf zweier bärtiger Boxer zeigt.Beide stellen einen Fuß vor und winkeln den anderen Arm an.

In einem Lehrwerk aus dem Jahre 1875 (die Abschrift eines älteren Werkes) finden sich Abbildungen, die Boxtechniken und verschiedene Ringergriffe im Stand und Boden zeigen.Es werden Fußtechniken, Hebel, Beinscheren, Ausheber und Nackengriffe gezeigt, die man immer noch beim Ringen und in der Selbstverteidigung verwendet.

Japan

Weil früher ein relativ hoher Prozentsatz der Bevölkerung der Kriegerkaste angehörte, entstand eine Vielzahl unterschiedlicher Kampfpraktiken.In Japans ältestem Geschichtswerk, dem " Kojiki "(Chronik aus dem 8.Jhd.), wird berichtet, das die Götter Sumo - Kämpfe bestritten, um das Land Izumo zu beherrschen.In der ersten Reichsgeschichte " Nihongi "(um 720 enstanden) steht die Sage vom Kampf zwischen Nomi - no - Sukene, der das Gute darstellt und Keehaya, der das Böse personifiziert.Von diesem Sumo - Kampf, der zu Zeiten des Kaisers Suinin (um Christi Geburt) stattgefunden haben soll, wird noch heute in japanischen Schulbüchern berichtet.Der Sieger Nomo - no - Sukune ist der Schutzpatron der Sumotori.

Historisch nachweisbare Sumo - Kämpfe fanden am Hof des Kaisers Temmu (672-686) statt.Als Vorläufer des Sumo gilt die alte Kampfkunst " Sumai ", die unter Einbeziehung von Tritten und Schlägen ausgeübt wurde.

Kaiser Nimmyo erklärte 840, daß Sumo die militärische Stärke der Nation wiederspiegele und nicht nur " sportlichen " Zwecken diene.Er ermunterte Ringer aus dem ganzen Land zusammenzukommen und an den offiziellen Turnieren teilzunehmen.Sumo wurde damals auch in voller Rüstung (Kumiuchi = Rüstungsringen) ausgetragen.Gegen Ende des 12.Jahrhunderts wurden die jährlichen Turniere wieder abgeschafft.

1623 erbat und erhielt A.Shiganosuke von der japanischen Regierung die Erlaubnis, in Tokyo öffentliche Sumo - Turniere (Basho) mit Berufssumokämpfern auszurichten.Später erhielten auch die Priester des Kufokuji in Yamashiro die Erlaubnis, Basho auszurichten, um damit den Bau eines Tempels zu finanzieren.So ergab es während der Genroku - Zeit (1688-1704) bereits mehrere unabhängige " Sumo - Verbände ", die Turniere veranstalteten.

Im Mittelalter spielte in Japan die Kriegerkaste der " Samurai " eine besondere Rolle.

Sie trugen eine Rüstung, die aus einem Harnisch, Helm mit Maske, Schulter - und Hüftschutz sowie Arm - und Beinschienen bestand und wurden auch in Malerei, Kalligraphie, Dichtkunst und der Teezerremonie ausgebildet.Einer der berühmtesten Krieger war der Samurai Musashi (1584-1643).

Ihre Lehrer waren ältere, kampferprobte Meister, die sich auf bestimmte Kriegskünste spezialisiert hatten.

Der Ursprung der waffenlosen Kampfkunst reicht in Japan bis in die Mythologie hinein, denn die Götter Kashima und Kadori sollen sie bereits angewandt haben, um widerspenstige Bewohner einer Provinz zu unterwerfen.Eine Entsehungsversion der Kampfkunst Jiu - Jitsu (aus der sich später Judo entwickelte) besagt, daß sie dadurch entstanden sein soll, daß der Chinese Tsin Gembin um 1650 an der Küste von Hokaido japanischen Samurai in die Hände fiel.Von ihm erlernten sie eine zuvor in China streng geheim gehaltene Selbstverteitigungsmethode.

In Japan gibt es mehrere Lehrrichtungen.Die Heki - Schule ist heute eine der bedeutensten Bogenschießschulen, bei der unter Anleitung des " Sensei "(ehrwürdiger Meister) friedlich auf ein 60 m entferntes Ziel (Enteki Mato) geschossen wird.Eine kleine Elite japanischer Bogenschützen betreibt noch immer " Yabusame ", das Bogenschießen zu Pferde in vollem Galopp.Diese Sonderschießform gelangte im 12.Jahrhundert durch kaiserliches Dekret (als Wettbewerb der Hofbeamten und kaiserlichen Truppen) zur Blüte und wurde durch den Shogun Minamoto Yoritomo besonders gefördert.Noch heute werden am 15.September am Hachiman - Schrein in Kamakura Yabusame - Wettkämpfe zu Ehren des Kriegsgottes ausgetragen.Die Schützen tragen alte Jagdkostüme und galoppieren freihändig einen 256 m langen Sandweg entlang.Dabei sind etwa 30 cm große Holz - Zielscheiben mit je einem Pfeil so zu treffen, daß sie zerplatzen.Die Ziele befinden sich 2 m über dem Boden,3 m vom Parcours entfernt und sind nach 37 m,115 m nach 188 m aufgestellt.Yabusame ist in Japan sehr populär!

Auch in neuerer Zeit entstanden in Japan Budoarten, wie z.B.Judo und Aikido.Nach dem 1948 von den Aliierten verfügten Kampfsportverbot hat sich Judo inzwischen weltweit verbreitet.Beim wettkampffreien Aikido versuchen die Übenden geistige Kräfte zu mobilisieren und die Harmonie zwischen Körper und Geist zu finden.

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Kambodscha

In diesem ostasiatischen Land ist die Kampfkunst " Bando " aus alter Zeit überliefert.

Korea

Interessant sind die Schriften über den Ritterorden " Hwa Rang ".Der buddistische Mönch Won Kwang Bop Sa soll vor etwa 2 000 Jahren die Selbstverteidigungskunst " Hwarang - Do " entwickelt haben.Zu dieser Zeit war die koreanische Halbinsel in drei Königreiche geteilt, die häufig gegeneinander Krieg führten.

Laos

In Laos wird ein dem Thai - Boxen ähnlicher Kampfsport betrieben.

Mongolei

Berittene Nomadenvölker aus der Mongolei waren in alten Zeiten gefürchtet.

Okinawa

Die Ryu - Kyu Inseln sind seit altersher ein geographischer und kulturelles Bindeglied zwischen China und Japan.Um 1500 wurde den Bewohnern Okinawas erstmals (bei Todesstrafe!) verboten, Waffen zu tragen oder zu benutzen.

König Sakugawa von Okinawa kombinierte um 1800 die Kampftechniken der Bauern und das aus China stammende " Shaolin - Ch'uan ".Ein Schüler Sakugawas, Sokon Matsumura, reiste mehrmals nach China und studierte dort die Shaolin - Techniken.Er begründete das " Shuri - Te ", die 1.Schule des Okinawa - te und bildete viele Kämpfer aus.Sein Schüler Y.Itosu vereinfachte die Bewegungen und schuf die noch heute beim Karate gebräuchliche " Pinan - Kata " (Pinan jap.=" friedliche Gedanken ").Die Kampftechniken wurden zum " Tomari - Te ", der 2.Schule des Okinawa - te weiterentwickelt.Kanryo Higashionna, ein weiterer Schüler Matsumuras, studierte um 1900 in der südchinesischen Provinz Fukien bei mehreren chinesischen Meistern.Nach seiner Rückkehr kombinierte er die auf den Ryu - Kyu - Inseln bekannten Kampfkünste mit den erlernten chinesischen Techniken und schuf das " Naha - Te ", die 3.Schule des Okinawa - te, die verbesserte Kampftechniken, Formen und das Makiwara - Training lehrte.

Gichin Funakoshi (1868-1957), der Begründer des Shotokan - Karate, brachte diese Kampfkunst nach Japan.Er entwickelte aus der alten Form " Seishan " die heutige Karate - Kata " Hangetsu ".

 

 


 


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